Tödliche Explosion: Polizei geht von einem Verbrechen aus

Völklingen: War es ein Unfall oder ein Anschlag? Das ist aktuell für die Ermittler die zentrale Frage im Fall der Explosion in Völklingen. Jetzt meldet die in Ludwigshafen erscheinende Tageszeitung „Die Rheinpfalz“, dass die Behörden „inzwischen von einem Verbrechen durch eine bewusst herbeigeführte Explosion“ ausgehen. Das zumindest habe die Staatsanwaltschaft Saarbrücken, die in dem Fall federführend ermittelt, der „Rheinpfalz“ auf Anfrage mitgeteilt. Über den oder die Täter sei allerdings noch nichts bekannt.

Überhaupt könnten darüber hinausgehende Auskünfte „im derzeitigen frühen Stadium der Ermittlungen nicht erteilt werden“, wird die Behörde von dem Blatt zitiert. Schon bei der Spurensicherung vor Ort war aufgefallen, dass die Polizei sich intensiv für den Bereich über dem Tatort interessierte, also die Brücken von B 51 und der Bahnstrecke Saarbrücken-Trier, die oberhalb des Tatorts verlaufen. Das würde dafür sprechen, dass vermutet wird, dass jemand einen Sprengsatz von dort oben in die Unterführung geworfen oder von einer der Brücken aus gezündet hat.

Bislang hatte die Polizei nur mitgeteilt, dass die Explosion wohl „durch menschliches Handeln“ ausgelöst wurde. Das ließ noch die Möglichkeit einer unbeabsichtigten Zündung offen. Einen Unfall schließen die Ermittler auch jetzt nicht ganz aus, das halten die Behörden aber nach Angaben der rheinland-pfälzischen Zeitung für „unwahrscheinlich“. Die Polizei hat zur Klärung des Vorfalls eine Sonderkommission mit Namen „Glas“ gebildet. Die Namen dieser Sokos orientieren sich oft am Geschehen oder einem Detail davon. Wieso der Name „Glas“ im aktuellen Fall gewählt worden ist, erschließt sich allerdings auf den ersten Blick nicht.

Aktuell wird seitens der Polizei überlegt, ob es für die Öffentlichkeit noch im Laufe des heutigen Sonntags neue Informationen über den Ermittlungsstand und den Gesundheitszustand der Opfer geben wird oder erst morgen.