Völklingen: War es ein Unfall oder ein gezielter Anschlag? Die Polizei ist auch mehr als zehn Stunden nach der Tat aktuell noch an der Fußgängerunterführung in der Völklinger Innenstadt am Ermitteln, wo in der Nacht ein Mann durch eine Explosion getötet worden ist.
Der genaue Ort der Detonation scheint ein Stück zwischen den beiden Unterführungen zu sein, die den alten Völklinger Stadtkern mit der heutigen Innenstadt verbinden. Aus Richtung Fürstenhausen kommend passiert man erst einen Tunnel unter der Eisenbahnstrecke Saarbrücken-Trier, wo gut zehn Gleise nebeneinander liegen.
Es folgt ein kurzes nicht überbautes Stück, bevor man in den zweiten Tunnel geht, über dem die B 51 verläuft. Genau an dieser Stelle scheint es zur Explosion gekommen zu sein. Die Polizei untersucht hier in der Nacht die Bereiche sowohl auf Höhe der Bahnschienen als auch an der Südtangente. Die Abfahrt der Bundesstraße aus Richtung Bous kommend in den Kreisel am Amtsgericht ist dazu stundenlang durch querstehende Streifenwagen gesperrt.
Die Frage, die sich die Ermittler stellen: Hat möglicherweise ein Täter einen Sprengsatz wie etwa eine Handgranate von oben auf die Gruppe geworfen? Oder wurde von hier aus, mehrere Meter oberhalb des Fußwegs, eine zuvor platzierte Sprengeinrichtung gezündet? Möglich ist auch, dass die betroffene Gruppe den gefährlichen Gegenstand selbst bei sich hatte.
Offiziell sagt die Polizei nichts zum genauen Tathergang. Nur, dass die Explosion durch „menschliches Handeln“ ausgelöst worden ist. Und, dass die Landespolizeidirektion „mit Hochdruck“ ermittelt. Weiterhin bitten die Beamten die Bevölkerung um Mithilfe. Zur Übermittlung von Hinweisen, wie Bildern, Videos oder Mitteilungen zum Geschehen, hat die Polizei Saarland jetzt auch ein Hinweisportal geschaltet. Es ist unter https://sl.hinweisportal.de/ erreichbar. Auch per Telefon unter 06 81 / 9 62 21 33 nimmt der Kriminaldauerdienst weiter Hinweise entgegen.
