Fans und Feinde: So lief der Wahlkampfauftritt von Kanzler Scholz im Saarland

Neunkirchen: Bei seinem Besuch im Saarland am heutigen Freitag ist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) von zahlreichen Besuchern gefeiert, von anderen aber auch frostig empfangen worden. Etwa 1.000 Menschen finden sich am Nachmittag an der Bühne auf dem Stummplatz ein.

Weiter nach der Werbung
Kurz vor Beginn der Wahlkampfveranstaltung für SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger rollen in der Lindenallee mehrere Bauern der Vereinigung „Landwirtschaft verbindet Saar“ mit ihren Traktoren an, um friedlich gegen die aktuell hohen Dieselpreise zu demonstrieren. Rechts neben der Bühne postieren sich Stahlarbeiter, die ebenfalls friedlich auf Transparenten auf ihre wirtschaftlich schwierige Situation aufmerksam machen. Noch weiter rechts bauen sich schließlich Corona-Gegner auf, unter ihnen auch bekannte Mitglieder der Neonazi-Szene.
Weiter nach der Werbung
Sie stören mit Pfiffen, Gegröle, Trillerpfeifen und Megaphonen die Rede von Anke Rehlinger. Zudem halten sie sich nicht an Auflagen, die ihnen von der Polizei gegeben werden und sind für kooperative Gespräche nicht zugänglich. Daher spricht Kanzler Scholz nach dem Auftritt der SPD-Spitenkandidatin noch nicht, stattdessen tritt zum bereits zweiten Mal an diesem Nachmittag der deutsch-nigerianische Reggae- und Soul-Sänger Oku auf. Während der Musiker erklärt:
Weiter nach der Werbung
„Hier auf der Bühne spielt die Musik“, rückt eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei an und beginnt damit, die Störer aus den Reihen der Corona-Gegner mit einer doppelten Polizeikette zurückzudrängen. Dabei kommt es zwar vereinzelt zu Rangeleien, über Festnahmen oder Verletzte muss die Polizei aber nicht berichten. Die Demonstranten werden auf die gegenüberliegende Seite der Lindenallee gedrängt, wo sie weiterhin in Hör- und Sichtweite an der SPD-Veranstaltung teilnehmen und ihr Demonstrationsrecht ausüben können.
Weiter nach der Werbung
Kanzler Scholz erntet vom übrigen Publikum für seinen Auftritt überwiegend Applaus, spricht nach seiner Rede mit den Stahlarbeitern und nimmt sich Zeit für Selfies mit seinen Fans. Kurz vor 19 Uhr hebt sein Flieger von der US-Airbase in Ramstein in Richtung Berlin ab.

Werbung