„Grundlage nicht gegeben:“ Merkel glaubt nicht, dass es Öffnungen im Saarland gibt

Berlin/Saarbrücken: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am heutigen Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“ zu den geplanten Lockerungen nach Ostern im Saarland geäußert. Zur Erinnerung: In dieser Woche hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) angekündigt, ab 6. April weitreichende Öffnungen unter anderem in der Außengastronomie umsetzen zu wollen und dazu das gesamte Saarland zur Modellregion zu erklären – wenn die Inzidenzen unter 100 bleiben.

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Wochenlang lagen die Zahlen im Saarland tatsächlich stabil zwischen 50 und 60. Aber seit mehreren Tagen kommt es zu einem kontinuierlichen Anstieg auf heute 81, Tendenz weiter steigend. Es ist fraglich, ob die Inzidenz nach Ostern überhaupt noch unter 100 liegt. Das sieht auch die Kanzlerin so. Zwar sei die Inzidenz im Saarland mit die niedrigste bundesweit. „Aber leider ist die Fallzahl nicht stabil, sondern sie ist auch wachsend.
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Und deshalb ist die Grundlage nicht gegeben. Wir haben gesagt: Bei stabilen oder sinkenden Infektionszahlen können solche Öffnungsschritte, wie Tobias Hans sie genannt hat, gemacht werden und in Aussicht gestellt werden. Das entspricht eigentlich der Beschlusslage unserer Öffnungsstrategie. Aber wenn man sich die letzten Tage anguckt, sind diese Infektionszahlen nicht stabil und konstant und sie sinken auch nicht. Und deshalb ist es nicht der Zeitpunkt, so etwas jetzt ins Auge zu fassen.“
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Gefragt, ob das Saarland-Modell überhaupt noch umgesetzt werden kann oder ob die Zahlen zu Ostern an der Saar über 100 steigen, erklärt Merkel: „Kann ich nicht ganz genau sagen. Ich kann nur sagen: Sie sind in den letzten Tagen gewachsen und deshalb ist es vielleicht eine sehr gewagte Ankündigung gewesen in eine psychologische Situation hinein, wo ja eigentlich das Gegenteil gemacht werden muss.“ Die Vorstellung des Saarland-Modells fällt also mitten in die dritte Welle. Merkel: „Deshalb war ich da nicht so glücklich darüber.“

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