
Saarbrücken. Viele werden diese Frage nicht gerne hören: Hatte Robert Habeck (bis 2025 Deutscher Wirtschaftsminister) mit seinem umstrittenen Heizungsgesetz doch recht? SO viele Saarländer sind noch immer von Öl und Gas. Titelbild: Martin Kraft / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Eine Umfrage auf dem Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal macht das ziemlich deutlich. Rund 2.700 Teilnehmer heizen mit Gas (je 33%), fast genauso viele mit Heizöl. Dahinter folgen Holz und Pellets mit rund 1.300 Stimmen, die Wärmepumpe mit 783 und Fernwärme mit 412 (zusammen auch rund 33%). Die Abstimmung ist zwar nicht repräsentativ – aber das Ergebnis passt zum Saarland: Laut Zensus werden hier noch immer 29 Prozent der Wohnungen mit Öl beheizt.
Und genau diese Haushalte trifft es gerade richtig hart. Heizöl war zuletzt 74,9 Prozent teurer als vor einem Jahr. Wer 3.000 Liter braucht, musste am Montag im Saarland rechnerisch rund 5.070 Euro auf den Tisch legen. Eine Rechnung, die bei vielen Familien nicht monatlich in kleinen Abschlägen kommt, sondern mit einem Schlag.
Habeck wollte genau von dieser Abhängigkeit weg. Sein viel diskutiertes Heizungsgesetz bedeutete allerdings nicht, dass Millionen funktionierende Öl- und Gasheizungen sofort herausgerissen werden sollten. Der Kern: Neue Heizungen sollten schrittweise zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Langfristig sollten Öl und Erdgas aus deutschen Heizungskellern verschwinden. Die damalige Ampel verkaufte das als Klimaschutz und Schutz vor fossilen Preisschocks – für viele Hausbesitzer fühlte es sich dagegen vor allem nach neuen Vorschriften und drohenden Kosten an.
Jetzt kommt ausgerechnet beim Gas die nächste unangenehme Zahl hinzu. Die deutschen Gasspeicher sind zum Start der Heizperiode deutlich schlechter gefüllt als in vielen vergangenen Jahren. Eine akute Gaskrise besteht nach Einschätzung der Bundesnetzagentur zwar nicht: Deutschland bekommt Gas auch über Pipelines und LNG-Terminals, die Versorgung gilt derzeit als stabil. Trotzdem bleibt Deutschland bei Gas ebenso wie bei Öl von Importen und internationalen Preisen abhängig.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Habecks Heizungsgesetz richtig gemacht war. Gerade Besitzer älterer Häuser kritisierten zu Recht hohe Umbaukosten, komplizierte Regeln und die Frage, wie sie eine neue Heizung überhaupt bezahlen sollten. Doch während über Habeck gestritten wurde, hat sich zumindest der Neubau längst verändert: 2025 wurde im Saarland kein einziges neu fertiggestelltes Wohngebäude mehr hauptsächlich mit Öl beheizt. Mehr als 88 Prozent setzten auf die Wärmepumpe.
Und so bleibt eine unbequeme Frage: War Habecks Weg falsch – oder war nur die Art falsch, wie er ihn durchsetzen wollte? Wer heute mehrere Tausend Euro für eine Tankfüllung hinlegen muss, dürfte jedenfalls verstehen, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas irgendwann beendet werden sollte. Für viele Saarländer kommt diese Erkenntnis allerdings zu spät: Ihre Heizung steht längst im Keller – und diesen Winter müssen sie erst einmal die Rechnung bezahlen.


