Kein Abstand, kein Mundschutz: Aktuell Corona-Demo in Saarbrücken

Saarbrücken: Nachdem eine für den heutigen Sonntag geplante Corona-kritische Demonstration auf dem Rathausplatz in Saarbrücken gerichtlich verboten worden ist, hat sich am Nachmittag ein Mob von hunderten Menschen auf den Saarterrassen eingefunden. In Chat-Gruppen haben sich die Corona-Demonstranten zuvor für 15 Uhr verabredet und angekündigt, mehrere Eilversammlungen anzumelden. Am heutigen Volkstrauertag sind im Saarland Versammlungen verboten, wenn sie keinen religiösen Charakter haben.

Weiter nach der Werbung
Deshalb war auch die ursprünglich geplante Demo bekannter Corona-Leugner gerichtlich verboten worden. Der Einsatzleiter der Polizei auf den Saarterrassen: „Es gibt insgesamt sieben einzelne Versammlungen hier. Thematisch geht es dabei teilweise um den Volkstrauertag, was erlaubt ist. Teilweise haben die Versammlungen aber auch andere Hintergründe.“ Allen Teilnehmern gemein ist, dass bis auf wenige Ausnahmen niemand einen Mundschutz trägt und die Mindestabstände nicht eingehalten werden.
Weiter nach der Werbung
Mehrfach ermahnt die Polizei die Teilnehmer über Lautsprecherwagen, sich gemäß der Corona-Vorschriften zu verhalten, ohne Erfolg. Gegen 15.30 Uhr dann macht jemand aus der Menge heraus die Ansage, sich in Bewegung zu setzen. Der Tross geht Richtung Saar, von wo aus über die sogenannte Achter Brücke direkt das ehemalige Messegelände erreicht werden könnte, auf dem sich das saarlandweite Corona-Testzentrum befindet. Die Polizei, die mit Beamten der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei und Diensthunden anrückt, sperrt den Demonstranten aber konsequent den Weg ab.
Weiter nach der Werbung
Wie sich die Lage entwickelt, ist unklar. Bislang scheinen alle Demonstranten einer grundsätzlich gemeinschaftlichen Gesinnung zu sein, es gibt keine Konflikte untereinander. Dabei stehen Eltern mit kleinen Kindern neben Rockern auf Motorrädern oder auch bekannten Reichsbürgern. Allerdings sind auch schon Beobachter der linken Szene vor Ort gesehen worden. Die Polizei befürchtet, dass der schwarze Block an den Saarterrassen antreten und es gerade nach Eintreten der Dunkelheit zu Auseinandersetzungen kommen könnte.

Werbung