Lage angespannt: Bereits 13 Intensivpatienten aus anderen Bundesländern ins Saarland verlegt

Saarbrücken: Bei seiner Regierungserklärung zur Corona-Pandemie während der heutigen Sondersitzung des Landtags hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) über Verlegungen von Intensiv-Patienten gesprochen: „Auf den Intensivstationen befinden sich eben proportional sehr viel mehr Menschen ohne Impfung, die wegen Covid behandelt werden müssen, als Menschen, die geimpft sind. Und somit ist das kein Zufall, dass die Pandemie eben dort am härtesten auch in Deutschland wütet, wo die Impfquote vergleichsweise niedrig ist. Wie in Bayern, wie in Sachsen, wie in Thüringen. Weil wir jetzt gerade im Saarland die Patientinnen und Patienten von dort bekommen, aus dem sogenannten Verteilsystem ‚Kleeblatt‘.“

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Dieses System ist während der ersten Corona-Welle 2020 eingeführt worden: Um die Überlastung von Krankenhäusern in einzelnen, stark betroffenen Regionen zu verhindern, werden innerhalb bestimmter Gebiete in Form eines Kleeblatts Intensivpatienten in weniger betroffene Regionen verlegt.
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Das passiert seit Anfang Oktober in größerer Zahl, in den vergangenen Tagen ist die Anzahl der Verlegungen nochmals stark angestiegen. Das Saarland gehört dem Kleeblatt Südwest an, zusammen mit den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Weil im Saarland die Impfquote derzeit von allen Flächenbundesländern in Deutschland die höchste ist, sind unsere Intensivstationen im Gegensatz zu anderen Gebieten noch nicht überlastet:
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367 von 454 Intensivbetten sind derzeit bei uns belegt, das entspricht einer Belegungsquote von 81 Prozent. Unter den Intensivpatienten befinden sich 56 Corona-Patienten, Tendenz steigend. Sie belegen damit aktuell 12 Prozent der saarländischen Intensivbetten.
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Seit vergangenen Donnerstag sind aus anderen Bundesländern mehrere Patienten ins Saarland verlegt worden, unter anderem zum Klinikum Saarbrücken auf den Winterberg und in die Uniklinik nach Homburg. Laut Ministerpräsident Tobias Hans werden es in den kommenden Tagen wohl noch mehr werden: „13 haben wir schon aufgenommen, weitere stehen nochmal vor der Tür.“

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