Mars-Stimmung und Blutregen: Noch bis morgen Sahara-Sand im Saarland

Saarbrücken: Gestern am frühen Nachmittag färbt sich der ohnehin schon milchige Himmel über dem Saarland zunehmend gelb-rot. Viele denken, dass ein Unwetter im Anmarsch ist, weil die ungewöhnliche Lichtstimmung zu der passt, die oftmals vor Gewittern zu beobachten ist. Doch das erwartete Gewitter kommt nicht. Stattdessen intensiviert sich das Rot am Himmel und schafft eine gespenstische, aber faszinierende Mars-Atmosphäre.

Weiter nach der Werbung
Des Rätsels Lösung kommt aus der Wüste: Es ist Sand aus der Sahara in Afrika! Dort, in der größten Wüste der Erde, ist der Sand durch die hohen Bodentemperaturen in Kombination mit der kühleren Umgebungsluft aufgewirbelt worden und bis zu fünf Kilometer in die Atmosphäre aufgestiegen. Die Sahara ist etwa 26 Mal so groß wie Deutschland und erstreckt sich über ganz Nordafrika, vom Atlantik bis zum Roten Meer.
Weiter nach der Werbung
Bis zu einem halben Jahr kann der Saharastaub bei Windstille in der Erdatmosphäre zirkulieren. Wenn die Windrichtung passt, tragen die heißen Scirocco-Winde hunderttausende Tonnen feinsten Sand über das Mittelmeer, der dann auch bei uns landen kann. Das erklärt auch die aktuell sehr milden Temperaturen. Bis zu 15 Mal kommt dieses Phänomen im Jahr über Europa vor, vor allem im Frühling.
Weiter nach der Werbung
Doch nur selten ist es so eindrucksvoll zu sehen wie aktuell. Der Saharastaub besteht aus winzigen Mineralstaub-Partikeln, die im Schnitt nur fünf bis zehn Mikrometer groß sind. In der Luft macht dieser Feinstaub vor allem Asthmatikern zu schaffen, gefährlich ist er aber nicht. Der Sand hat sogar seine guten Seiten: Er enthält unter anderem Eisen, Quarz, Ton und Mineralien und ist damit ein wertvoller Dünger.
Weiter nach der Werbung
Außerdem speichert er Wasser. Der Regen wäscht den Saharasand aus der Luft in die Böden, wo er den Pflanzen wertvolle Nahrung bietet. Auf Autos und Fensterbänken hinterlässt er seine gelben bis rost-roten Spuren. Dieses Phänomen wird Blutregen genannt. Auch heute ist die Sonne durch die Wüstensand-Wolke kaum zu erkennen, noch bis morgen soll uns der sandige Gruß aus Afrika begleiten.

Werbung