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Möglicher Tornado im Nordsaarland gesichtet

Merzig: Im Bereich des Landkreises Merzig ist heute Nachmittag ein möglicher Tornado gesichtet worden. Mehrere Bilder von Augenzeugen zeigen einen Trichter, der bis zum Boden zu reichen scheint. Erst, wenn solch ein Trichter den Boden berührt, spricht man tatsächlich von einem Tornado. Ansonsten werden diese Wetterphänomene Trichterwolke genannt. Kommt es zur Berührung mit dem Boden, sind oftmals starke Sturmschäden die Folge. Das ist heute Nachmittag im Nordsaarland allerdings ausgeblieben, wie es scheint. Wir haben Dominik Eder, Leiter der Wetterstation-Saar zum Phänomen Tornado befragt: „Anders, als in vielen Veröffentlichungen dargestellt, ist eine Trichterwolke, auch bekannt als Funnelcloud, nicht die Vorstufe zu einem Tornado. Sie ist vielmehr der durch Kondensation sichtbare Teil des Wirbels, der sich unsichtbar nach unten fortsetzt. Hat der Wirbel Bodenkontakt, dann spricht man von einem Tornado, der aber nicht durchgehend sichtbar sein muss. Wenn man also eine Trichterwolke am Himmel sieht, dann kann schon längst ein Tornado vorhanden sein. Und es zeigt auch, dass es unterhalb einer Trichterwolke gefährlich sein kann. Wer eine verdächtige Wolke sieht, sollte darauf achten, ob sie rotiert. Gerade letzte Woche gingen viele Tornadomeldungen bei uns ein, als eine so genannte Shelfcloud über den Landkreis Saarlouis zog. Dabei handelte es sich zwar um gruselig anmutende, tiefhängende Wolken. Aber es war keine Rotation zu sehen. Was uns aber allen klar sein muss: Tornados gibt es nicht nur in Amerika, sondern auch bei uns in Deutschland. Bereits 2010 hat ein Tornado in Losheim am See erheblichen Schaden angerichtet.“ Damals zog die Windhose eine Wüste der Zerstörung durch den Ort. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Fahrzeuge beschädigt. Wenn auch ihr eine verdächtige Wolke bei uns beobachtet, macht wenn möglich ein Bild und meldet eure Sichtung der Wetterstation-Saar!

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