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Nach 16 Jahren bekommt Pascal eine Gedenkstätte

Saarbrücken/Schwalbach: Am 30. September 2001 verschwand der kleine Pascal Zimmer, damals fünf Jahre alt, in Burbach und tauchte nie wieder auf. Die Chancen, dass der Junge aus der Hochstraße noch lebt, geht gegen null. Was mit ihm geschah, wurde nie aufgeklärt, eine Leiche wurde nie gefunden und so gibt es seit 16 Jahren kein Grab für den Jungen. Aber es gibt einen Gedenkstein. Es gibt ihn schon seit 2011, den „Gedenkstein gegen das Vergessen“, erschaffen von Bildhauer Bruno Harich aus Siegburg in Nordrhein-Westfalen für die „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“. Der Stein trägt die Inschrift eines Spielkameraden des verschwundenen Jungen: „Lieber Pascal, wir beide waren noch so klein, als wir das Allerschlimmste, den Missbrauch an uns Kindern, erleben mussten. Jetzt lebe ich mit diesen schmerzhaften Erinnerungen, die mich nicht loslassen wollen – und du bist nicht mehr da. Ich bewahre dich in meinem Herzen, Dein Freund B. M.“ Pascals Freund meißelte die Worte eigenhändig unter Anleitung des Bildhauers in den afrikanischen Quarzit. Die Stadt Saarbrücken lehnte es ab, den Gedenkstein gegen das Vergessen aufzustellen, auch andere saarländische Gemeinden weigerten sich. Jetzt endlich hat der Stein einen Platz gefunden und Pascal erhält ein Andenken. Ende Juni wird der Gedenkstein in Schwalbach beim Friedhof aufgestellt, nachdem die Gremien der  Heilig-Kreuz-Gemeinde zugestimmt haben. Die Stele soll nicht nur an Pascal erinnern, sondern an die Schicksale aller missbrauchten Kinder. Auch wenn Pascal keinen Bezug zu Schwalbach hatte, ist die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zufrieden mit dem Standort. Vorsitzender Johannes Heibel: „Mir ist es wichtig, dass der Gedenkstein im Saarland, der Heimat Pascals, steht.“

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