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Nur Barzahlung und Selbstabholer: Polizei versteigert Videomesswagen mit Motorschaden

Saarbrücken: In diesem Wagen hat schon so mancher saarländische Raser eine Träne verdrückt! Der Zoll versteigert regelmäßig ausgediente Fahrzeuge anderer Behörden, etwa der Feuerwehr oder der Polizei. Derzeit ist dort einer von drei 5er BMW der Saar-Polizei zu finden, der einmal als Zivilfahrzeug des Verkehrsdienstes gedient hat. Er wurde erstmals zugelassen am 29. Januar 2008, bringt 235 PS auf die Straße und hat mit seinen 318.506 Kilometern schon fast acht Mal die Welt umrundet. Das sogenannte ProViDa-Fahrzeug schaffte theoretisch 248 Kilometer pro Stunde, wurde allerdings elektronisch gedrosselt. Es hatte eine spezielle Anlage verbaut, mit der während der Fahrt Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und Verstöße aufgezeichnet werden können.
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Die übliche Arbeitsweise des Videowagens: Zwei Beamte fahren einen Autobahnabschnitt mit Tempolimit mit normalem Tempo ab. Wenn ein Verkehrsrowdie die Zivilstreife überholt, hängen sich die Beamten ran, messen die Geschwindigkeit und zeichnen den Verstoß auf. Dann wird der Verkehrssünder angehalten und kann sich bei Interesse direkt im Videowagen seinen Verstoß noch einmal ansehen. Neben der Videoanlage und dem Polizeifunk verfügte der 5er BMW noch über Anhaltesignalgeber mit dem Schriftzug „Stop Polizei“, einen Anhaltestab, ein Martinshorn, ein Magnetblaulicht und einen Frontblitzer.
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Damit können auch ungesicherte Unfallstellen oder Pannenfahrzeuge abgesichert werden, an denen Verkehrspolizisten oft vorbeikommen. Mit zwei grünen Magnetschildern und der Aufschrift „Polizei des Saarlandes“ konnte der Videowagen bei Bedarf auch ganz offensichtlich als Polizeifahrzeug gekennzeichnet werden. Beim zu versteigernden Modell wird das natürlich alles ausgebaut. Im Fahrzeugbrief eingetragen war der Wagen mit dem Polizeikennzeichen „SAL 4 1003“, unterwegs war er aber immer mit dem Tarnkennzeichen „SB Q …“
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„Der angebotene Wagen ist ein Totalschaden wird wohl nur noch als Ersatzteillieferant dienen“, erklärt Polizeisprecher Stephan Laßotta. Denn das Auto hat einen massiven Motorschaden. Das Höchstgebot steht bei 2.272 Euro, die Auktion läuft noch zwölf Tage.

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