„Nur Gott weiß, wieviel Tränen hier geflossen sind“ – Grubenunglück von Luisenthal heute vor 60 Jahren

Völklingen: Heute auf den Tag genau vor 60 Jahren fuhren 664 Männer ins Bergwerk Luisenthal ein. 299 von ihnen brachte diese Seilfahrt den Tod. Um 6 Uhr begann die Schicht für die Schwerstarbeiter, die im Alsbachfeld unterhalb des heutigen Saarbrücker Stadtteils Burbach die Kohlen aus dem Flöz hauten. Keine zwei Stunden später, gegen 7.50 Uhr, riss eine gewaltige Schlagwetterexplosion und eine darauffolgende Druck- und Feuerwalze 287 Männer sofort in den Tod.

Weiter nach der Werbung
Im betroffenen Bereich des Flözes, mehr als 600 Meter unter Tage, waren zu dieser Zeit rund 400 Bergleute bei der Arbeit, als sich ein Gemisch aus Grubengas und Luft durch einen Funken entzündete und explodierte. Der Druck der Explosion war so stark, dass er noch am drei Kilometer entfernten Alsbachschacht die beiden 20 Tonnen schweren Schacht-Abdeckplatten rund zehn Meter in die Luft schleuderte, wobei sich eine Platte sogar im Fördergerüst verkeilte.
Weiter nach der Werbung
Die Grube war für ihre hohen Grubengaskonzentrationen bekannt und gefürchtet, aber auch für ihre Sicherheitsstandards, die eine solche Explosion verhindern sollten, ausgezeichnet worden. 61 Bergleute konnten unverletzt gerettet werden, 73 wurden mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Zwölf von ihnen starben in den darauf folgenden Tagen und Wochen an ihren schweren Verletzungen.
Weiter nach der Werbung
Drei Tage nach dem Unglück wurden 287 Särge in einem Park neben dem Grubengelände aufgebahrt und den Toten im Alter zwischen 16 und 58 Jahren in einer Trauerfeier gedacht. Aus aller Welt erreichten Kondolenzschreiben unser Saarland. Viele Familien waren neben ihrer Trauer um den Ehemann, Vater, Sohn und Bruder auch in ihrer Existenz bedroht: Sie standen plötzlich ohne ihren Ernährer da.
Weiter nach der Werbung
Die genaue Unglücksursache konnte nie geklärt werden. Bundespräsident Heinrich Lübke sprach damals zu den Trauernden: „Nur Gott weiß, wieviel Tränen hier geflossen sind. Nur er hat die stillen und die lauten Klagen gehört.“ Bis heute erinnert ein Mahnmal vor dem ehemaligen Grubentor an die Opfer des schwersten Grubenunglücks in der saarländischen Bergbaugeschichte. Dort fand heute zum 60. Jahrestag eine Gedenkfeier an das drittschwerste Grubenunglück Deutschlands statt.

Werbung