„Reiner Etikettenschwindel“: Schelle vom Kinderschutzbund für Gesundheitsministerin Bachmann

Saarbrücken: „Saarlands Kinderschutz bundesweit einmalig!“ So berichtet das Saar-Gesundheitsministerium am gestrigen Montag über die „Kommission Kinderschutz im Saarland“. Sie soll das Wohl von Kindern und Jugendlichen und die Förderung ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung verbessern. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU): „Das Thema Kinderschutz liegt uns sehr am Herzen.

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Die Verbesserung der Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen ist für den Kinderschutz ein wichtiger Schritt.“ Kurz darauf meldet sich der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Saarland, Stefan Behr, zu Wort. Die angebliche Vorreiterrolle des Saarlands in Sachen Kinderschutz, von der das Ministerium spricht, sieht er nicht.
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Die Einrichtung der „Kommission Kinderschutz“ sei zwar eine gute Sache. Allerdings seien die Handlungsempfehlungen, die sie formuliert hat, größtenteils Forderungen und Erkenntnisse, die in Fachkreisen hinlänglich bekannt sind. „Sowohl bei Mitgliedern der Kommission, aber auch weit darüber hinaus wird vielmehr mit Sorge beobachtet, dass die Umsetzung konkreter Maßnahmen in fast allen Bereichen stockt:
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Nach wie vor gibt es keinen Beauftragten für Kinder- und Jugendschutz, keine flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten, keine landesweite Stärkung von Präventions- und niedrigschwelligen Hilfsangeboten. Weiterhin gilt daher: Im Bereich des Kinderschutzes besteht im Saarland kein Erkenntnisproblem, sondern ein massives Vollzugsdefizit. Daran ändert auch die Einführung einer E-Learning-Plattform nichts.
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Dass zudem die Einrichtung eines Newsletters überhaupt erwähnenswert ist, spricht Bände. Aus dieser mehr als bescheidenen Bilanz eine bundesweite Vorreiterrolle des Saarlandes im Bereich Kinderschutz abzuleiten, ist reiner Etikettenschwindel und geht völlig an der tristen Realität vorbei.“

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