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Saarbrücker Arzt nun selbst verstorben: Anklage wegen fahrlässiger Tötung seiner Frau fallengelassen

Saarbrücken: In diesem Fall wird es wohl nie Gerechtigkeit geben können. Nachdem eine Ärztin im Juli 2017 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam und ihr eigener Ehemann, ebenfalls Arzt, als Täter verdächtigt wurde, ist das Verfahren gegen den Mann nun eingestellt worden. Grund: Der Mediziner ist mittlerweile verstorben und gegen Tote wird nicht mehr ermittelt. Alles begann am Abend des 8. Juli im Jahr 2017. So lief der Abend aus Sicht der Staatsanwaltschaft ab: Dr. Peter S. und seine Ehefrau waren alleine in ihrer gemeinsamen Wohnung am Saarbrücker Staden, die Frau stand unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten. Im Laufe des Abends stürzte sie, möglicherweise alkoholbedingt, in der Wohnung und trug dabei erhebliche Verletzungen im Gesicht davon. Irgendwann am selben Abend kam es zum Streit und einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaar.

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Der Mann kniete sich dabei auf seine auf dem Rücken liegende Frau oder drückte sie gegen eine Wand. Jedenfalls griff der 63-Jährige nach Überzeugung der Ermittler mit beiden Händen von vorne um den Hals der Ehefrau und drückte mit Kraft zu. Dabei erlitt die Frau unter anderem eine Kehlkopffraktur, überlebte den Angriff aber und legte sich selbst ins Doppelbett im Schlafzimmer.
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Als der Arzt sich später ebenfalls ins Bett legte, stellt er zwar fest, dass die Ehefrau einen komatösen Eindruck machte, holte aber nicht rechtzeitig Hilfe. Stattdessen legte sich einfach neben sie zum Schlafen, während die Frau starb. Soweit die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Die Polizei stürmte später das Haus des Arztes, nahm den Mann fest.
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Er kam wegen des dringenden Tatverdachts eines Tötungsdelikts in Untersuchungshaft, nach rund zwei Monaten wurde er aber entlassen, weil nicht mehr zweifelsfrei feststand, ob das Würgen oder der Sturz den Tod der Frau verursacht hatte. Im August 2018 erhob die Staatsanwaltschaft dann Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Doch zu einem Prozess kam es nicht, weil der Beschuldigte vorher verstarb. Dr. Peter S. soll in München, wo er zuletzt gelebt haben soll, am 11. Juni 2019 verstorben sein. Über die Umstände seines Todes wurde nichts bekannt.

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