Saar-Band spielte in der Schweiz: Toter nach KrawallBrüder-Konzert

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Saarwellingen/Tuggen: Ein Konzertabend mit der saarländischen Band KrawallBrüder endet in der Schweiz tragisch. Bei einer späteren Afterparty nach der Show stirbt ein 27-jähriger Deutscher nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Über die Hintergründe kursieren unterschiedliche Darstellungen.

In der Nacht zum Sonntag wurde die Kantonspolizei Schwyz kurz vor 1 Uhr zu einer Schlägerei in einem Eventlokal in Tuggen gerufen. Ein 27 Jahre alter Deutscher wurde dabei lebensgefährlich verletzt, mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und starb dort später. Noch am Sonntagabend nahm die Polizei einen 42-jährigen Schweizer fest. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz eröffnete eine Strafuntersuchung. Inzwischen wird nach Behördenangaben gegen mehrere Personen ermittelt.

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Zuvor hatten in der Location die KrawallBrüder sowie die Bands Rotz & Wasser und ErnstFall gespielt. Die KrawallBrüder stammen aus dem Saarland, wurden 1993 zunächst unter dem Namen „Frontal“ gegründet und benannten sich später um. Die geschäftliche Adresse ihres Labels KB-Records befindet sich heute in Saarwellingen.

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Bereits während des Konzerts hatte es offenbar Ärger gegeben. Nach Darstellung der KrawallBrüder waren vier Besucher aufgefallen, die unter anderem Kleidung mit der Aufschrift „Blood & Honour Zürich“ getragen hätten. „Blood & Honour“ ist ein international aktives rechtsextremistisches Netzwerk, das aus der Neonazi-Musikszene hervorgegangen ist. Die deutsche Division der Organisation ist seit dem Jahr 2000 verboten. Auf Aufforderung der Band seien die Personen von der Security aus der Halle gebracht worden. Die Band erklärte anschließend ausdrücklich, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und neonazistische Ideologien bei ihren Konzerten nicht willkommen seien. Auch die Band ErnstFall bestätigte gegenüber Schweizer Medien, dass Personen, die dem rechten Lager zugeordnet worden seien, während des Konzertabends entfernt wurden.

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Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich dann später bei einer Afterparty. Nach Darstellung der KrawallBrüder fand diese in einem separaten Club statt. Die Musiker, ihre Technikcrew und die Supportbands seien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vor Ort gewesen. Auch ErnstFall erklärte gegenüber dem Schweizer „Blick“, die Location nach dem eigenen Auftritt verlassen zu haben.

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Über den Auslöser der späteren Gewalt gibt es unterschiedliche Darstellungen. Mehrere Schweizer Medien berichten unter Berufung auf Zeugen, dass ein DJ auf Wunsch eines Gastes ein Lied der rechtsextremen Band Landser gespielt habe. Daraufhin sollen Besucher Hitlergrüße gezeigt haben, während andere Gäste dagegen eingeschritten seien. Der DJ bestätigte gegenüber „20 Minuten“, einen Landser-Titel auf Wunsch gespielt zu haben und nach eigener Aussage nichts über dessen politischen Hintergrund gewusst zu haben. Zeugen berichteten anschließend von einer größeren Schlägerei. Diese genaue Abfolge ist von Polizei und Staatsanwaltschaft bislang jedoch nicht vollständig bestätigt.

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Nach Angaben gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sollen mehrere Menschen bei der Afterparty Hitlergrüße gezeigt haben. Die anschließende Auseinandersetzung mit etwa fünf bis zehn Beteiligten sei mutmaßlich dadurch ausgelöst worden. Gegen mehrere Personen werde ermittelt. Damit weicht die offizielle Angabe zur Zahl der Beteiligten von Augenzeugenberichten ab, in denen teilweise von 20 bis 30 Menschen die Rede war. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Dieser Beitrag wird bereitgestellt vom Medienverbund Saarland