Trotz Inzidenz von 291 und massiver Mutanten-Verbreitung: Kein Lockdown im Département Moselle

Metz: Unsere Nachbarn in Frankreich trifft die Corona-Pandemie derzeit hart. Schon zu Beginn der Pandemie war die Region Grand Est eine der am stärksten Betroffenen in Frankreich und auch aktuell weist das Département Moselle, das direkt an das Saarland grenzt, eine der höchsten Inzidenzen Frankreichs auf: In den letzten sieben Tagen sind hier pro 100.000 Einwohner 291 neue Corona-Fälle registriert worden, Tendenz steigend.

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Zum Vergleich: Im Saarland ist die Inzidenz in den letzten Tagen endlich gesunken, zuletzt auf 85. Vor allem die Mutationen des Virus breiten sich in Moselle stark aus: Rund 100 Mutationsfälle werden jeden Tag dort entdeckt, hauptsächlich verbreitet sich die Variante B1351 aus Südafrika. Die Mutation kann sich deutlich besser an menschliche Zellen binden als die bisher verbreiteten Varianten und sorgt dadurch für eine schnellere Ausbreitung.
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Dennoch sind die Geschäfte in Forbach und anderswo momentan ganz normal geöffnet – auch die Friseure und Einzelhändler wie Blumenverkäufer. Es gilt lediglich ab 18 Uhr eine Ausgangssperre und Saarländer, die zum Einkaufen über die Grenze fahren, dürfen sich nicht mehr als 30 Kilometer von ihrem Heimatort entfernen. Am gestrigen Freitag hat Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran (PS) das Département besucht und entschieden: Es wird trotz der hohen Infektionszahlen und der Verbreitung von Mutanten erst einmal keinen neuen Lockdown in Moselle geben.
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Dafür soll mehr getestet und geimpft werden. Eine Schließung der Schulen, die zuvor diskutiert worden war, ist ebenfalls vom Tisch. Begründung: In Frankreich gebe es ohnehin bald Schulferien. Was das alles für das Saarland bedeutet: unklar! Gestern noch hat Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine Grenzschließung wie in Bayern nicht mehr ausgeschlossen: „Wenn es krasse Unterschiede gibt zwischen den Inzidenzen, wird uns nicht anderes übrig bleiben.“

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