Aufgeheizte Stimmung nach Festnahme schwarzer Frau: Polizei nimmt Stellung zu Handyvideo

Kaiserslautern: Im Netz kursiert derzeit ein Video, das einen Polizeieinsatz gegen eine schwarze Frau in Kaiserslautern zeigt. Dabei wird sich in den Kommentaren zumeist negativ über das Auftreten der Beamten und die Festnahme der Frau geäußert. Die Polizei bezieht nun Stellung zu diesen Aufnahmen. „Das Video und die darin zu sehende Festnahme sind der Behördenleitung des Polizeipräsidiums Westpfalz bekannt“, schreibt die Polizei am gestrigen Mittwoch in einer Mitteilung.

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Demnach sind die Aufnahmen echt und im Rahmen eines Einsatzes entstanden, der bereits in der Nacht zum 30. Mai stattgefunden hat. Allerdings, so die Behörde, zeigt das Video „nicht den vollständigen Polizeieinsatz“ und verklärt damit, was tatsächlich passiert ist. Hintergrund des Einsatzes: Ein Zeuge meldete der Polizei, dass sich auf dem Gelände der Hochschule in der Schoenstraße in Kaiserlautern etwa 15 bis 20 Personen treffen und dabei Alkohol und Drogen konsumieren. Die Einsatzkräfte rückten aus ins Stadtviertel Kotten und konnten dort tatsächlich mehrere Personen antreffen.
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Bei der Feststellung der Personalien fiel eine 23 Jahre alte Frau aus Angola negativ auf. Sie störte fortwährend die Amtshandlung der Beamten und verhielt sich aggressiv. Außerdem filmte sie das Einsatzgeschehen, was grundsätzlich nicht verboten ist. Als ein Beamter das Smartphone der 23-Jährigen sicherstellen wollte, wurde die Frau handgreiflich. Da weitere Störungen und Angriffe nicht auszuschließen waren, fesselten die Polizisten die Angolanerin, wogegen sie sich wehrte.
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Als es den Anschein hatte, die Frau sei ohnmächtig, alarmierten die Einsatzkräfte den Rettungsdienst. Die Sanitäter hielten eine medizinische Behandlung der 23-Jährigen jedoch nicht für notwendig. Daraufhin wurde die Frau mit zur Polizeidienststelle genommen. Ein Richter bestätigte nach ihrer Anhörung die Ingewahrsamnahme. Der Vorfall wird juristisch nun von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern geprüft. Ob im Rahmen des Einsatzes tatsächlich Drogen aufgefunden wurden, teilt die Polizei nicht mit.

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