Auto wurde zur Tatwaffe: Fußgänger auf Großem Markt absichtlich überfahren

Saarlouis: Der Fußgänger, den am Samstagmorgen auf dem Großen Markt in Saarlouis ein Auto überrollt hat (wir berichteten), ist absichtlich überfahren worden! In der ersten Meldung der Polizeiinspektion Saarlouis war diese Tatsache absichtlich nicht genannt worden, wie uns eine Behördensprecherin am Samstag bestätigte: Es sollte vermieden werden, dass mögliche neutrale Zeugen beeinflusst werden. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt bereits Zeugen, die die Tat miterleben mussten.Aber schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Die Tat wird nicht als Verkehrsunfall, sondern als Körperverletzungsdelikt gewertet. Eine Einstufung als versuchter Mord oder Totschlag war am Samstag von Kripo oder Staatsanwaltschaft abgelehnt worden. Stattdessen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Eine gefährliche Körperverletzung, die härter als eine einfache bestraft wird, liegt unter anderem dann vor, wenn zur Tat eine Waffe verwendet worden ist.

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Das ist in diesem Fall der Kleinwagen, mit dem der 23 Jahre alte Mann aus Überherrn auf dem Großen Markt erfasst worden war. Der Tat soll ein Streit vorausgegangen sein, an dem das spätere Opfer aber nicht oder nur unwesentlich beteiligt gewesen sein soll. Trotzdem setzte sich der 30 Jahre alte Angreifer nach dem Disput in seinen Wagen und fuhr gezielt auf den 23-Jährigen los.
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Der wurde nach der Einlieferung ins Krankenhaus umgehend notoperiert und liegt auch immer noch in der Klinik. Zu den Geschehnissen konnte der Überherrner aufgrund seines Gesundheitszustandes noch nicht von der Polizei vernommen werden. Nach dem Angriff mit dem Wagen fuhr der Täter davon und wurde dann von der Polizei verfolgt.
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Nach kurzer Zeit konnte er gestoppt und festgenommen werden. Weil der Verdacht im Raum stand, dass er berauscht sein könnte, wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Sein Wagen wurde als Tatwerkzeug sichergestellt.

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