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Bewohner einer Behinderteneinrichtung spielt Polizist und löst echten Einsatz aus

Gersheim: Am gestrigen Samstagnachmittag meldet sich um 15.06 Uhr eine Frau telefonisch bei der Polizei. Sie ist gerade Augenzeugin davon geworden, wie in etwa 20 Jahre alter Mann auf ein Gebäude im Gersheimer Ortsteil Walsheim zugegangen ist. Dabei ist der Verdächtige mit einer Tarnjacke bekleidet und hält eine Pistole in der rechten Hand. Er wirkt nach Angaben der Anruferin sehr ruhig, macht aber einen „ferngesteuerten“ Eindruck. Bei dem betreffenden Gebäude handelt es sich um eine Jugendeinrichtung. Die Beamten versuchen zunächst, diese Einrichtung telefonisch zu erreichen, um die Mitarbeiter und Bewohner zu warnen und den Sachverhalt möglicherweise aufzuklären. Doch es hebt niemand das Telefon ab.

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Weil die Schilderungen der Augenzeugin glaubhaft erscheinen, nimmt die Polizei den Vorfall sehr Ernst. Mehrere Polizeifahrzeuge fahren nach Walsheim. Die Beamten können auch direkt neben dem Gebäude eine Person ausfindig machen, auf die die Beschreibung der Anruferin passt. Allerdings hat der junge Mann zu diesem Zeitpunkt keine Waffe mehr in seiner Hand.
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Die Polizisten fixieren den Verdächtigen, der dabei keinerlei Gegenwehr leistet. In seiner Jacke wird eine Softair-Spielzeugwaffe gefunden. Vor Ort kann dann nach Rücksprache mit den Betreuern der Einrichtung ermittelt werden, dass es sich bei dem Mann um einen 19-jährigen Bewohner handelt. Der junge Mann hat eine geistige Behinderung. Er hat sich vorgestellt, wie es wohl ist, bei der Polizei zu arbeiten und dann draußen Polizist gespielt.
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Aufgrund seines geistigen Zustands hat er nicht wissen können, dass sein Auftritt einen echten Polizeieinsatz auslösen könnte. Gegen den jungen Mann wird daher auch kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei dem Einsatz wird zum Glück niemand verletzt und es kommt kaum zu Verkehrsbehinderungen. Lediglich die Zufahrtsstraße zu der Einrichtung muss kurzzeitig gesperrt werden. Alle Beamten sind nach dem Einsatz sehr erleichtert.

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