Flucht vor Corona-Kontrolle: Franzose schrottet sechs Polizeiautos

Saarlouis: Gestern Abend gegen 20.45 Uhr wird die saarländische Polizei über eine aktuell laufende Verfolgungsfahrt in Frankreich alarmiert, bei der das verfolgte Fahrzeug in Richtung Saarland fährt. Der flüchtige Fahrer ist kurz zuvor vor einer Corona-Grenzkontrolle der Gendarmerie Bouzonville in Schreckling geflüchtet und hat dabei schon ein französisches Polizeifahrzeug gerammt. Jetzt steuert der Wagen auf den Grenzübergang an der B 405 in Ittersdorf zu. Zwei deutsche Streifenwagen sichten den mit zwei Personen besetzten Renault Master Traffic in der Metzer Straße in Saarlouis und nehmen umgehend die Verfolgung auf.

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Der Kleinbus fährt auf die A 8 in Richtung Luxemburg auf und verlässt die Autobahn an der Anschlussstelle Merzig wieder. Dort geht die Fahrt zunächst weiter in Richtung Hilbringen, bevor der gelbe Lieferwagen erneut auf die Autobahn, diesmal in Richtung Zweibrücken, fährt. Während der gesamten Fahrt missachtet der rücksichtslose Fahrer die Anhaltesignale der Polizei. Bei einem Überholmanöver streift der Mann einen vor ihm fahrenden Streifenwagen, rammt ein neben ihm fahrendes Polizeiauto und fährt im Anschluss auf ein weiteres, vor ihm fahrendes Polizeifahrzeug auf.
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Um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, bricht die Polizei die Verfolgung ab. Das Fluchtfahrzeug verlässt die Autobahn an der Anschlussstelle Rehlingen und fährt in Richtung Dillingen davon. Dort rammt er in der Innenstadt ein weiteres Polizeifahrzeug und wird in der Konrad-Adenauer-Allee von einer Blitzersäule erwischt. Damit lässt sich später eindeutig nachweisen, welcher der beiden Insassen am Steuer gesessen hat.
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Es gelingt dem Raser schließlich, über Siersburg und Niedaltdorf zurück in Richtung Landesgrenze zu Frankreich zu entkommen. Dort gelingt es der Gendarmerie, erneut die Verfolgung aufzunehmen, wobei wieder ein Fahrzeug der Gendarmerie gerammt wird. Im französischen Filstroff kann der Renault Master Traffic dann mit einem ausgelegten Nagelgurt gestoppt werden, die Insassen werden festgenommen.
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Wie sich herausstellt, hat der 47 Jahre alte Fahrer in Frankreich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis bereits eine Haftstrafe verbüßt, aus der er erst im Sommer 2020 entlassen worden ist. In Deutschland wird der Mann per Haftbefehl wegen eines Verkehrsdelikts gesucht. Bei der einstündigen Verfolgungsfahrt in Deutschland wird zum Glück niemand verletzt, in Frankreich erleiden zwei Gendarmen leichte Verletzungen an den Beinen. Der 19-jährige Beifahrer ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, der Fahrer bleibt in Haft.

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