Gerichtsvollzieher bedroht: SEK-Einsatz in Saarbrücken

Saarbrücken: Zahlreiche Polizeikommandos, Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeuge stehen am heutigen Mittwochvormittag in der Irgenhöhe im Saarbrücker Wohngebiet Güdingen-Unner. Vermummte und schwer bewaffnete Beamte des Spezialeinsatzkommandos gehen in einen der Mehrparteienkomplexe. Denn es steht zu befürchten, dass es gefährlich werden könnte für die Einsatzkräfte. Am Morgen will ein Gerichtsvollzieher in Begleitung einer Mitarbeiterin der Unterbringungsbehörde einen psychisch kranken Mann, der in dem Haus wohnt, zwangsweise zu einer Untersuchung zur SHG-Klinik auf dem Sonnenberg bringen. Der Mann ist allerdings alles andere als kooperativ und spricht Drohungen gegen die eingesetzten Kräfte aus. Weil Nachbarn mitteilen, dass der Mann in einem Wandtresor möglicherweise Waffen gelagert haben könnte, lässt die Polizei umgehend höchste Vorsicht walten, zieht starke Kräfte zusammen und schaltet das SEK ein. Im Laufe des Vormittags kommen immer mehr Polizeifahrzeuge zur Irgenhöhe, der Rettungsdienst schickt vorsorglich Rettungswagen und Notarzt zu dem Hochhaus. Die Feuerwehr stellt ein Fahrzeug mit einem Sprungretter auf einem nahegelegenen Supermarktparkplatz bereit, falls der Mann drohen sollte, vom Balkon seiner Wohnung im vierten Stock zu springen. Der Einsatz dauert mehrere Stunden lang an. Bevor die Spezialkräfte einen Zugriff wagen, sollen erst Experten der Verhandlungsgruppe den Mann mit Gesprächen zum Aufgeben bewegen. Kurz vor 12 Uhr dann die erlösende Nachricht: Der Mann lässt sich widerstandslos festnehmen. Die Beamten müssen keinerlei Gewalt anwenden, es wird niemand verletzt. Der Bewohner wird im Rettungswagen von Polizeikräften bewacht in das psychiatrische Krankenhaus verbracht und dort einem Arzt vorgestellt, der den Betreuungsbedarf überprüft. Die Wohnung des Mannes wird in der Zwischenzeit durchsucht, eine Waffe wird dabei allerdings nicht gefunden.

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