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Grabstein von Nazi und Reichskanzler Franz von Papen gestohlen

Wallerfangen: Das Zentrum für Politische Schönheit ist ein Zusammenschluss von etwa 70 Aktionskünstlern und Kreativen. Die Mitglieder sehen ihre Gruppe als eine Denkfabrik, die Menschenrechte mit Aktionskunst verbinden soll. Immer wieder zielen die Aktionen des Kollektivs auf rechtes Gedankengut und Verklärung des Nationalsozialismus. Ein Beispiel für die Aktionen des Bündnisses: Unter dem Projektnamen „Bau das Holocaust-Mahnmal vor Höckes Haus!“ wurden auf einem gepachteten Nachbargrundstück in direkter Sichtweite zum Haus von AfD-Politiker Björn Höcke im thüringischen Bornhagen 24 Stelen aufgestellt, ein verkleinerter Nachbau des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Jetzt haben die Aktivisten im Saarland zugeschlagen. Am heutigen Dienstagmorgen postet das Zentrum für Politische Schönheit auf seinem von Twitter für echt erklärten Account ein Bild eines Grabsteins, dazu folgenden Text:

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„BREAKING: Franz von Papen ist in unserer Gewalt! UNFASSBAR: Hitlers Ermächtiger, verantwortlich für Millionen Tote in Europa, wurde so bestraft: 4 Jahre Haft. Im Anschluss: Saus&Braus, dann Ehrengrab in Wallerfangen! So geht deutsche Erinnerungskultur. Dieser Zustand ist beendet“
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Die Gruppe hat offenbar über Nacht den Grabstein von Franz von Papen (1879 – 1969) auf dem Gemeindefriedhof Niederlimberg in Wallerfangen herausgerissen und geklaut. Da, wo die Grabplatte bis gestern noch lag, klafft nun eine Lücke, die Platte seiner Frau Octavie direkt daneben ist noch intakt. „Franz von Papen ist auf dem Weg nach Berlin, um die historische Schuld des deutschen Konservatismus aufzuarbeiten“, erklärt die Gruppe auf Facebook.
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Doch was ist das Problem mit Franz von Papen, der einmal deutscher Reichskanzler war und der Liebe wegen ins Saarland kam und dann auch hier begraben wurde? Der Politiker trug am Ende der Weimarer Republik entscheidend dazu bei, Adolf Hitler und die NSDAP an die Macht zu bringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in einem Gerichtsverfahren als „Hauptschuldiger“ eingestuft. Kritiker bemängeln, dass diese Fakten heutzutage im öffentlichen Bild von Papens gerne verklärt oder beschönigt werden. Auf den Tweet angesprochen schreibt die Saar-Polizei auf Twitter: „Wir überprüfen den Sachverhalt.“

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