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Mutmaßlicher Todespfleger Daniel B. möglicherweise psychisch gestört

Völklingen: Der mutmaßliche Todespfleger Daniel B., der in der Völklinger SHG-Klinik mehr als fünf Patienten getötet haben könnte, ist möglicherweise psychisch krank. Das Amtsgericht Saarbrücken hat den 27-Jährigen im vergangenen Jahr wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. In dem Urteil von damals geht das Gericht davon aus, dass B. an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet. Wie die Beweisaufnahme während des Verfahrens gezeigt hat, neigte der Mann schon in seiner Jugend dazu, sich anderen gegenüber besser und erfolgreicher darzustellen, als es tatsächlich der Fall war. Im Gefängnis sitzt Daniel B. nun, weil er zum einen als Intensiv-Pfleger an der SHG-Klinik 2016 fast 900 Euro aus der Stationskasse gestohlen hat. Zum anderen hat er in 26 Fällen von April 2017 bis März 2018 in mehreren Bundesländern, darunter auch im Saarland, Waren im Wert von fast 100.000 Euro gekauft und nicht bezahlt.

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Seine Beute reichte dabei von teuren Rolex-Armbanduhren bis hin zu Kettensägen und Fahrrädern. Wegen der aktuell untersuchten möglichen Mordfälle kamen die Ermittlungen im Juni 2016 ins Rollen, weil sich Daniel B. eines Nachts völlig danebenbenahm.
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An einem frühen Samstagmorgen kam er als Notarzt verkleidet in die Intensivstation des Krankenhauses Saarburg und wollte dort an einem Patienten eine Untersuchung durchführen. Das Klinikpersonal informierte die Polizei, die nahm den Mann vorläufig fest und setzte seinen damaligen Arbeitgeber, die Uniklinik Homburg in Kenntnis.
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Dort wurde bereits intern ermittelt, weil der Verdacht bestand, dass Daniel B. einer Patientin ein nicht verordnetes Medikament verabreicht hatte. Bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der SHG-Klinik in Völklingen, wurden dann mehrere Todesfälle nachträglich überprüft. In fünf Fällen erhärtete sich ein Verdacht, dass der Pfleger die Patienten getötet haben könnte. Seitdem laufen die Ermittlungen.

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