Nach Explosion in Beirut: THW schickt Bergungsexperten aus dem Saarland in den Libanon

Mainz: Das Technische Hilfswerk schickt noch am heutigen Mittwochabend ein rund 50-köpfiges Rettungsteam in den Libanon. Darunter sind auch vier Experten aus dem Saarland, die der sogenannten Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland (SEEBA) angehören, wie THW-Sprecher Christian Mertens bestätigt. Die vier Saar-Helfer stammen aus den THW-Ortsverbänden Nohfelden, Wadern und Perl-Obermosel. Neben den Saarländern sind auch Helfer aus Rheinland-Pfalz an der Rettungsaktion beteiligt. Der Einsatz soll zunächst mindestens sieben Tage lang dauern.

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Eine Verlängerung bei Bedarf oder die Entsendung weiterer Kräfte ist nicht ausgeschlossen.  Die SEEBA ist mit maximal 70 Helfern weltweit einsetzbar und schon sechs Stunden nach Alarmierung zum Abflug bereit. Beauftragt werden die Helfer in der Regel durch das Bundesministerium des Innern oder das Auswärtige Amt. Voraussetzung für einen Einsatz ist jedoch, dass die Regierung des ausländischen Einsatzortes die deutsche Hilfe annimmt.
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Das ist im Falle des Libanon heute Nachmittag geschehen. Die Gruppe umfasst Einheiten für biologische Ortung, also Rettungshunde, technische Ortung, technische Bergungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung. Der Trupp in den Libanon soll heute Abend gegen 22 Uhr mit einer Lufthansa-Maschine vom Rhein-Main-Airport in Frankfurt abheben. Die Flugdauer in den Libanon beträgt etwa vier Stunden. Grund des Einsatzes ist die verheerende Explosion am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut am gestrigen Dienstag.
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In einer Lagerhalle sollen große Mengen der Chemikalie Ammoniumnitrat explodiert sein, die unter anderem als Düngemittel und bei der Sprengstoffherstellung verwendet wird. Der gefährliche Stoff soll aus einer Beschlagnahmung stammen, wurde offenbar bereits lange Zeit vor dem Vorfall von einem Schiff im Hafen von Beirut abgeladen. Die Explosion hat ersten Angaben zufolge etwa 100 Todesopfer und mehrere tausend Verletzte gefordert. Aktuell sind immer noch Menschen vermisst und unter Trümmern vergraben. Bei ihrer Rettung könnte die SEEBA zum Einsatz kommen.

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