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Nach Notfall: Hier lässt ein Flieger tonnenweise Kerosin über dem Saarland ab

Neunkirchen: Wieder mal ist am heutigen Samstagnachmittag ein Flugzeug über das Saarland geflogen, um tonnenweise Kerosin abzulassen. Der Lufthansa-Flug LH422 vom Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt ins amerikanische Boston hebt um 13.19 Uhr mit einer Viertelstunde Verspätung von der Start- und Landebahn Center ab. Offenbar hat die Boeing 747-8 mit der Kennung D-ABYL, die auf den Namen „Hessen“ getauft ist, Probleme mit dem Fahrwerk. Die im Februar 2014 ausgelieferte Maschine umgeht zunächst das Gebiet Wiesbaden und Mainz, fliegt dann an Koblenz vorbei und steuert den Flughafen Köln-Bonn an. Doch statt dort zu landen passiert der rund sechs Jahre alte Flieger den Flughafen gegen 14 Uhr, dreht eine Schleife um Köln, ändert dann die Richtung und hält auf das Saarland zu. Ab 14.20 Uhr dreht die vierstrahlige Maschine mehrere Schleifen über dem Saarland und dem Raum Kaiserslautern.

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Dabei wird in fünf bis sechs Kilometern Höhe tonnenweise Kerosin abgelassen. Überflogen werden dabei unter anderem Weiskirchen, Wadern, Schmelz, Lebach, Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Schiffweiler, Neunkirchen, Bexbach, Homburg, Tholey, Namborn und Freisen.
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Um 14.40 Uhr verlässt die Maschine den saarländischen Luftraum nach rund 20 Minuten wieder und fliegt zurück in Richtung Frankfurt.
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Dort ist der Flieger mittlerweile wieder gelandet. Ob es dabei zu Problemen gekommen ist, ist nicht bekannt. Das Ablassen von Kerosin, in Fachkreisen Treibstoffschnellablass und auf Englisch Fuel Dumping genannt, ist eine Notfallmaßnahme. Sie muss in einer Mindestflughöhe von 1800 Metern durchgeführt werden, der Pilot darf keine geschlossenen Kreise fliegen.
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Bei Einhaltung der Auflagen ist sichergestellt, dass maximal acht Prozent des versprühten Treibstoffs den Boden erreicht. Weil das Manöver über dünn besiedeltem Gebiet geflogen werden soll, ist das Saarland immer wieder von Fuel Dumping betroffen.

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