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Nach Razzia im Gesundheitsamt: Saar-Bordelle müssen neu überprüft werden

Saarbrücken: Die Vorgänge um einen Mitarbeiter des Gesundheitsamts im Regionalverband Saarbrücken hat für das gesamte Saarland weitreichende Folgen. Der 45 Jahre alte Mann und ehemalige Anwalt aus Blieskastel war am gestrigen Donnerstag an seinem Arbeitsplatz festgenommen worden. Auch bei einem 55 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen des Mannes, der ebenfalls aus Blieskastel stammt, klickten die Handschellen. Denn die beiden sollen bei der Genehmigung von Bordellbetrieben abgezockt haben. Zwar wird vermutet, dass die meisten dieser Fälle den Saarpfalz-Kreis betreffen.

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Allerdings war der 45-jährige Mitarbeiter des Gesundheitsamts für Rotlichtbetriebe im gesamten Saarland zuständig. Deshalb sollen jetzt landesweit alle Betriebsgenehmigungen im Rotlichtbereich genauer unter die Lupe genommen werden, die über den Schreibtisch des offenbar korrupten Mitarbeiters gelaufen sind.
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Die angebliche Masche des Mannes und seines Komplizen: Wenn ein Rotlichtbetrieb einen Genehmigungsantrag an das Gesundheitsamt stellte und der auf dem Schreibtisch des 45-Jährigen landete, schickte der seinen Komplizen los, der dann den Betrieben „Unterstützung bei der Antragstellung“ anbot.
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Für mehrere hundert Euro „Honorar“ sollen die Anträge dann durchgewunken worden sein. Insgesamt sollen so mehrere tausend Euro zusammengekommen sein, die unter den beiden Männern offenbar aufgeteilt wurden. Die Ermittlungsbehörden bekamen Wind von der Sache und leiteten ein Verfahren wegen Bestechlichkeit auf der einen und Bestechung auf der anderen Seite ein.
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Am Donnerstag kam es dann nach aufwändigen Ermittlungen zu einer Razzia, das Gesundheitsamt und die Privatwohnungen der Männer wurden durchsucht. Danach kamen beide zum Haftrichter. Der schickte die Verdächtigen in Untersuchungshaft. Sie sitzen jetzt in der Justizvollzugsanstalt und warten auf ihren Prozess. Bisher haben weder Polizei noch Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit über die Vorgänge informiert.

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