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Panne zu spät bemerkt: Zwischenfall in Cattenom auf Atomereignis-Skala hochgestuft

Cattenom: Wieder einmal gibt es eine Panne im französischen Atomkraftwerk Cattenom zwölf Kilometer vom Saarland entfernt. Am 2. April soll Reaktorblock vier der Anlage nach einer Abschaltung wieder in Betrieb genommen werden. Dabei werden mehrere Funktionstests durchgeführt. Bei einem dieser Tests wird eine Fehlfunktion im nuklearen Teil der Anlage festgestellt. Ein Ventil im Noteinspeisesystem der Dampfgeneratoren funktioniert nicht richtig. Das defekte System ersetzt die Funktion des normalen Einspeisesystems der Dampfgeneratoren, falls dieses einmal ausfallen sollte. Die Techniker des Anlagenbetreibers EdF untersuchen die Störung und finden heraus, dass sie auf ein falsch montiertes Luftzufuhrrohr des Ventils zurückzuführen ist.

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Wie lange dieses Problem schon bestanden hat und ob die übrigen drei Blöcke der Anlage auch von ähnlichen Probleme betroffen sind, darüber gibt der Betreiber EdF keine Auskunft. Auch, ob das Problem mittlerweile behoben worden ist und falls nein, wie lange die Behebung dauern soll, wird nicht mitgeteilt. Dafür berichtet EdF aber wie üblich, dass der Vorfall keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage hat.
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Denn die Kreisläufe der Kernkraftwerke sind redundant, also mindestens doppelt, ausgelegt. Bei Ausfall eines Kreislaufs übernimmt ein anderes Systems die gleichen Funktionen. Das wäre laut EdF auch im Fall des Noteinspeisesystems der Dampfgeneratoren der Fall.
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Normalerweise wäre der Vorfall offenbar mit der geringsten Stufe 0 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse, kurz INES, eingestuft worden. Weil der Fehler aber erst verspätet festgestellt worden ist, hat die Leitung des Kernkraftwerks entschieden, ihn als ein bedeutendes Ereignis der Stufe 1 zu deklarieren. Der französischen Atomsicherheitsbehörde ASN ist der Vorfall am Freitag gemeldet worden.

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