Streit um Corona-Regeln: Mann prügelt Kontrahenten auf die Intensivstation

Perl: Wegen der Abstandsregelung aus der Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommt es im Nordsaarland bereits am Dienstag zu einer Auseinandersetzung, bei der eine Person schwer verletzt wird. Das teilt die zuständige Polizeiinspektion Merzig erst am heutigen Donnerstag mit. Demnach beginnt alles gegen Mittag in einem Lebensmittel-Discounter. In dem Laden stehen zwei Kunden in der Warteschlange vor der Leergutabgabe.

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Einer der beiden beschwert sich bei seinem Hintermann darüber, dass er beim Warten nicht genügend Abstand hält. Statt dem Mann das freundlich zu erklären, lässt der Beschwerdeführer aber laut Polizei „Beleidigungen unterschiedlicher Art“ vom Stapel. Der gescholtene Hintermann behält seinen Abstand jedoch bei, statt zurückzutreten. Ob er den vom Gesetzgeber eingeforderten Abstand von anderthalb Meter tatsächlich unterschritten hat oder nicht, bleibt dabei unklar.
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Bekannt ist jedoch, was kurz danach passiert. Der Mann, der sich über den fehlenden Abstand beschwert hat, beleidigt seinen Hintermann weiter und provoziert ihn verbal. Dem Hintermann reicht es dann irgendwann. Er verringert seinen Abstand zum Beschwerdeführer so weit, dass er ihm eine Backpfeife verpasst. Der Angegriffene reagiert seinerseits ebenfalls mit einem Gewaltausbruch. Er traktiert seinen Kontrahenten mehrfach mit Faustschlägen gegen den Kopf. Dabei scheint er komplett auszurasten, legt eine von Zeugen als erschreckend beschriebene Brutalität an den Tag.
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Der Geschlagene trägt bei der Attacke schwere Gesichtsverletzungen davon. Ein Rettungswagen und Rettungshubschrauber Christoph 16 rücken an. Der angegriffene Mann muss danach mit dem Helikopter ins Klinikum Saarbrücken auf den Winterberg geflogen werden. Er wird dort derzeit auf der Intensivstation behandelt. Ob auch der Mann, der die Schlägerei mit seiner Backpfeife auslöste, Verletzungen davon getragen hat, teilt die Polizei nicht mit. Beide Beteiligten erwarten nun Strafanzeigen.

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