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Wegen blinder Passagiere: Kühllaster muss komplett entladen werden

Homburg: Überraschung für einen Lkw-Fahrer am heutigen Montagmorgen auf der A 6 zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern. Gegen sieben Uhr ist der polnische Trucker mit seinem Sattelschlepper in Fahrtrichtung Mannheim unterwegs. Plötzlich klopft es von innen gegen die Außenwände des Kühllasters. Auf dem Rastplatz Homburg hält der Fahrer an und verständigt die Polizei. Beamte der Bundespolizeiinspektion Bexbach fahren zum Ort des Geschehens, finden auf dem Laster einen jungen Mann vor. Sie befragen den Lkw-Fahrer und den unerlaubt mitreisenden Mann. Dabei stellt sich heraus, dass es sich bei dem blinden Passagier um einen 20 Jahre alten Heranwachsenden aus dem Iran handelt, der illegal die Grenze passiert hat. Ursprünglich kommt der Lkw aus Spanien, dort ist der junge Mann offenbar auch unbemerkt in den Laster geklettert.

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Er erzählt, dass er zunächst mit einem weiteren Flüchtling im Lkw gesessen hat. Der zweite Mann ist aber bei einer Kontrolle des Lasters im benachbarten Frankreich aufgefallen und dort geflohen. Dem in Homburg festgestellten Iraner geht es soweit gut, er ist lediglich leicht unterkühlt.
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Nun will die Polizei sicherstellen, dass sich nicht noch weitere Flüchtlinge in dem Auflieger versteckt halten. Um ganz sicherzugehen, räumt dazu ein Spezialunternehmen die Ladung mit einem Gabelstapler vom Lkw. Im Saarland kommt es immer wieder zu ähnlichen Zwischenfällen. In den meisten Fällen wissen die Lkw-Fahrer nichts von ihren blinden Passagieren.
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Im Oktober 2018 war in Saarlouis ebenfalls ein Kühllaster gestoppt worden, auf dessen Ladefläche sich ebenfalls mehrere Flüchtlinge befanden. Für sie hätte der Fluchtversuch beinahe tödlich geendet, weil es im Lkw Eiseskälte herrschte und in dem hermetisch abgeschlossenen Anhänger die Luft drohte, auszugehen. Im letzten Moment konnten die auf der Ladefläche gefangenen Menschen per Handy Hilfe holen.

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