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Zahl der Messerangriffe im Saarland steigt stark an

Saarbrücken: Innenminister Bouillon hat heute ein so genanntes Lagebild zum Thema Stichwaffen- und Messervorfälle der Polizei präsentiert. „Die Ergebnisse der erstmals für das Saarland ausgewerteten Fälle mit dem Tatmittel ‚Messer‘ erhellen ein bis dato noch nicht gekanntes Phänomen, dessen Existenz derzeit weitere Überlegungen zum Umgang mit den Ergebnissen der Sonderauswertung notwendig macht“, sagt der Minister.
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Vom 1. Januar 2016 bis 30. April 2018 gab es im Saarland demnach insgesamt 1490 Fälle mit aktivem Einsatz oder griffbereitem Mitführen von Messern und anderen Stichwaffen. Waren es 20166 noch 562, stieg die Zahl im Jahr 2017 bereits auf 672. Eine weitere Steigerung für das laufende Jahr ist laut Innenministerium nicht auszuschließen. Im Bereich der Landeshauptstadt Saarbrücken ist der Stadtteil St. Johann besonders stark belastet, insbesondere in den Bereichen Hauptbahnhof, Kaiserviertel und Johanneskirche. Um dagegen anzusteuern, hat die Polizei mit hohem Kräfteeinsatz ihre Kontrollen ausgeweitet: Insgesamt wurden in diesem Jahr bis Anfang September 2018 1258 Personalien überprüft.
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Es gab 102 Sicherstellungen und 151 Strafanzeigen sowie insgesamt 16 vorläufige Festnahmen oder Vollstreckungnen von Haftbefehlen. Zum Thema Videoüberwachung von Kriminalitätsschwerpunkten teilt das Ministerium mit, dass im Idealfall der Testbetrieb noch in diesem November erfolgen könnte. Seit 30. Juli hat die Saarbrücker Polizei eine spezielle Fahndungs- und Aufklärungseinheit Straßenkriminalität, kurz FAST, im Einsatz (wir berichteten). Bouillon: „Auch dieser Prozess ist Teil unserer Sicherheitsstrategie und soll die Polizei in die Lage versetzen, möglichst schnell und effizient reagieren zu können. Letztendlich sollen Täter durch schnelles und konsequentes Einschreiten beweiskräftig überführt und das Vertrauen in unseren Rechtsstaat gestärkt werden. Die Einrichtung einer so genannten Waffenverbotszone in Saarbrücken ist immernoch in der Prüfung.

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