Kriminalpolizei ermittelt: Obdachlosenunterkunft abgebrannt

Saarbrücken: Brandeinsatz am gestrigen Sonntagnachmittag in Saarbrücken. Die Breitenbacher Straße im Stadtteil Malstatt, kurz nach 13 Uhr. Aus einem Unterstand an einem Versorgungsgebäude schlagen meterhohe Flammen, es bildet sich eine große Rauchsäule. Ein Anwohner: „Ich habe das Feuer gesehen und direkt den Notruf gewählt. In dem Unterstand hat seit einigen Wochen ein Obdachloser gelebt.“

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Er hat sich dort sein trauriges Zuhause eingerichtet, komplett mit Möbeln, Teppich, Bildern an der Wand. Die Befürchtung: Der Mann, der Alkohol und Drogen konsumieren soll, könnte in hilfloser Lage in den Flammen eingeschlossen sein. Schon nach wenigen Augenblicken trifft die Feuerwehr ein. Die Helfer schlagen die Flammen nieder, durchsuchen den Unterstand. Eine Person wird darin glücklicherweise nicht entdeckt.
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Die Polizeiinspektion Saarbrücken-Stadt schickt ein Kommando zum Ort des Geschehens. Ein Behördensprecher: „Es gab keine Verletzten, der obdachlose Mann konnte nicht vor Ort angetroffen werden. Die Brandursache ist noch unklar, der Kiminaldienst ermittelt.“ Eine Anwohnerin rätselt: „Vielleicht hat er den Unterstand selbst angezündet, man hat ihn zuvor mit einer gepackten Tasche gesehen.“
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Es könnte auch ein Unglücksfall sein: „Die Nachbarn haben ihm eine Öllampe geschenkt, vielleicht hat sie das Feuer ausgelöst.“ Möglich ist aber auch, dass es sich um einen Racheakt handelt. Denn der Mann um die 40 hat in der Nachbarschaft nicht nur Freunde. „Er ist vor ein paar Tagen bei einer Bekannten eingebrochen, hat eine Scheibe eingeschlagen und in der Wohnung randaliert“, sagt eine Anwohnerin geschockt.
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„Die Polizei hat ihn dann mitgenommen, heute Mittag war er wieder da.“ Zunächst habe der Obdachlose guten Kontakt zu den Bewohnern gehabt: „Alle aus der Nachbarschaft haben ihm geholfen. Mit Mahlzeiten, warmer Kleidung, Einrichtungsgegenständen. Malstatt halt.“ Die Ermittlungen laufen.

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